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Muss es immer ein „Content Management System (CMS)“ sein?

von Edgar Peternell | 11. Mai 2021 | Online Marketing



Die Website einer Firma oder eines Gewerbetreibenden ist der Ort, der dem eigenen Content vorbehalten ist – der „Heimathafen“ der digitalen Kommunikation. Social Media ist dabei eine perfekte Ergänzung zur Vermarktung der Website, aber nicht mit einer Website selbst zu vergleichen. Auch ein ansprechendes Design ist wichtig, bringt aber nichts, wenn der Kunde die Antworten auf seine Fragen nicht auf Anhieb findet.


Wie wird eine vermeintlich perfekt konzipierte Website technisch umgesetzt? Hierzu gibt es unterschiedliche Ansätze, welche mit Hilfe der Frage der Content Dynamik beantwortet werden können.


Reicht eine statische Seite für mein Unternehmen aus?


Oftmals hat ein Unternehmen nicht die Ressourcen und die Themenvielfalt für umfangreiche Blogs, Newsseiten oder eigene Produkte, um einen Online Shop zu betreiben. Häufig sind es nur die Öffnungszeiten, die sich ändern, oder neue Stellenausschreibungen, welche hinzugefügt werden. Dies betrifft nicht nur kleine Unternehmen und Einzelpersonen, sondern gelegentlich auch mittelständische Betriebe. Hierfür bedarf es kein CMS. Diese unregelmäßigen, kleinen Änderungen kann ein Programmierer in wenigen Handgriffen einpflegen. Sie als Besitzer der Website müssen sich nicht merken, wo und wie Sie sich einloggen müssen um den Content zu pflegen.


Eine statische Seite kann wesentlich schneller auf das Design des Kunden angepasst werden und wird vollständig von Hand programmiert. Content und Menüstruktur sind statisch hinterlegt und ändern sich nicht. Webentwickler verwenden für diese Anwendung sogenannte Editoren und Präkompilierer mit nativen Systemen. Da in der finalen Website kaum Skripte und keine Datenbanken benutzt werden, sind statische Seiten schnell, benötigen keine Sicherheitsupdates und sind sicher gegen Hackerangriffe.



Ist ein CMS das Richtige für meine Unternehmens-Website?

Ein Content Management System oder umgangssprachlich ein „Website Baukasten” bringt ohne Zweifel viele Vorteile mit sich – diese müssen aber auch ausgenutzt werden. Es sind keine Programmierkenntnisse für den Online Redakteur erforderlich, die Systeme haben in der Regel eine geordnete Medienverwaltung. Neue Seiten und Inhalte sind schnell angelegt, Änderungen sind unkompliziert und werden einfach per Knopfdruck gespeichert. Es benötigt hierzu nur einen Login und eine Benutzeroberfläche öffnet sich.

Wordpress-Backend

Bis so ein System für die Redakteure so einfach zu bedienen ist, muss es vorher von Profis installiert und technisch sowie visuell eingerichtet werden. Die erstmalige Konzeption und Konfiguration eines CMS ist komplex und muss auf einer soliden Planung stehen. Spätere Änderungen ziehen hohen Arbeitsaufwand und Folgekosten nach sich. Unterschiedliche Benutzerrechte erlauben unterschiedlichen Abteilungen in eigener Regie Inhalte zu veröffentlichen, beispielsweise pflegen HR-Abteilungen oft Stellenanzeigen selbst. Dies setzt voraus, dass die Abteilungen willens sind, sich als Online Redakteure zu positionieren und einen Leitfaden zur Content Erstellung zu befolgen. Ein CMS kann somit einer hohen Dynamik unterliegen und täglich neue Inhalte ausspielen, ohne dass ein Programmierer notwendig ist. 


Betrachten wir ein noch wesentlich komplexeres Webprojekt, so bietet ein CMS die Möglichkeit weitere Schnittstellen zu implementieren und zu verbinden. Häufig sind dies Medien- und Produktverwaltungen, PIM-Systeme (Product Information Management) oder DAM-Systeme (Digital Asset Management). Redaktionsprozesse sind dann dezentral zwischen Redakteuren und dem Produktmanager verteilt. Bilder, Texte und Informationen updaten sich automatisch ohne Eingriff eines Programmierers.


Unterschiede von CMS zu CMS


„Welches CMS ist das Beste?“: Es gibt keine pauschale Antwort auf diese Frage. Ausschlaggebend ist, was das System können soll und wer es nach dem Rollout bedient und wartet.


Content Management Systeme gibt es mittlerweile in verschiedensten Varianten:


Die Heimat einer Website ist immer ein Server, der Dienste zum Hosting einer Website zur Verfügung stellt. Die meisten CMS Systeme verlangen nach speziellen Konfigurationen beim Hosting und müssen dort durch einen Entwickler installiert werden. Eine Website selbst zu hosten, heißt in der Regel nicht nur das System zu warten, sondern auch die gesamte Server Infrastruktur.  Zunächst sollte geklärt werden, ob ihre IT-Abteilung über das Know-How und die Kapazität verfügt, diese Aufgabe selbst abzudecken.

Anbieter wie bspw. Ionos (ehemals 1&1), Shopify, Jimdo und Wix gewinnen in letzter Zeit durch ihre starke Werbepräsenz an Bekanntheit. Das Grundgerüst der Website ist hier bereits vorinstalliert, die Seite kann direkt befüllt werden. Diese Systeme wirken in der Werbung oft einfach und intuitiv zu bedienen, sie stellen sich in der Praxis aber oft als unflexibel heraus. Es gilt zu beachten: Content sollte wohldurchdacht und vom Profi geplant sein.

Weit verbreitete CMS wie WordPress und TYPO3 sind „Open Source“, ihr Quellcode ist öffentlich und kann nach Belieben eingesehen, benutzt und verändert werden. Die Verwendung ist kostenlos, ein Vorteil ist die große Anzahl an Entwicklern weltweit, die an diesen Systemen arbeiten und sie weiterentwickeln. Ein lizenzpflichtiges Enterprise CMS wie bspw. Adobe Experience Manager oder First Spirit hingegen verlangen dem Projekt deutlich höhere Kosten ab, hinzu kommen spezialisierte und teilweise vom Hersteller lizensierte Entwickler.


In beiden Fällen lassen sich die Funktionen der Systeme mit Plugins und Extensions erweitern. Gerade bei WordPress steckt der Teufel im Detail, da professionelle Plugins meist (Jahres-) Lizenzen vom Anwender einfordern. Bei Enterprise CMS ist die Auswahl verfügbarer Plugins oft eingeschränkt, da die Entwicklung hier maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Kunden erfolgt.


Die Vorteile eines Enterprise CMS liegen in der Vielfalt ihrer Optionen und der Performance. Die Systeme werden häufig „Headless“ als Basis für „CaaS (Content as a Service) Anwendungen“ verwendet. Das bedeutet, es wird dem Benutzer eine Oberfläche geboten, um Inhalte zu pflegen und zu verorten, es gibt aber keine damit fest verknüpfte Darstellung und Ausgabe („Headless“). Der Content wird als Dienst („CaaS“) über eine Schnittstelle durch die Ausgaben abgefragt. So können aus einem CMS heraus gleicherweise Website, E-Commerce, Apps und IoT-Anwendungen bespielt werden. Das Enterprise CMS ist maximal variabel und perfekt geeignet, um eine „Omnichannel Strategie“ zu verfolgen.


Fazit


Die Frage, ob der Einsatz eines CMS für Ihr Unternehmen richtig ist, hängt von vielen Faktoren ab. Fakt ist: ein CMS muss zu Ihren Anforderungen, den Umständen in ihrem Unternehmen und den Kapazitäten ihrer Mitarbeiter passen.


Hier haben wir ein paar Faktoren zusammengestellt, die Sie bei der Frage „CMS oder nicht?“ berücksichtigen sollten:



                                                            
CMS Statische Seite
Inhalt ändert sich selten Der Aufwand das System aktuell zu halten (Updates einspielen) ist auf Dauer zu hoch. Eine statische Seite benötigt verhältnismäßig wenig Maintenance Aufwand.
Zukunftsvision Wenn Sie zukünftig ihr digitales Marketing ausbauen und regelmäßig Inhalte erstellen und veröffentlichen möchten, sollten Sie ein CMS in Betracht ziehen. Eine statische Seite ist für regelmäßige Änderungen nicht ausgelegt. Arbeiten Sie mit einem Dienstleister zusammen, entstehen hier Folgekosten.
Sicherheit Ein CMS muss regelmäßig gewartet und auf dem neuesten Stand gehalten werden oder es entstehen Sicherheitslücken. Keine Datenbank, keine Updates. Eine statische Seite hat wenig Sicherheitsrisiko.
Administration Eine Schulung und Betreuung der Anwender für die Benutzung des CMS ist meistens notwendig. Änderungen können in der Regel nur von ihrem technischen Dienstleister ausgeführt werden.
Mehrsprachigkeit Planen Sie einen mehrsprachigen Internetauftritt, kann die Verwendung eines CMS Sinn machen. Ausschlaggebend ist aber auch hier die Änderungsfrequenz der Inhalte. Mehrsprachigkeit zieht eine komplexere Dateistruktur nach sich. Eine statische Seite ist hier nicht zu empfehlen.


Ihre Website ist ein Baustein einer größeren Kommunikationsstrategie. Daraus ergibt sich dann die Antwort auf die Frage „CMS oder nicht?“. Vertrauen Sie einem Partner, der vor und während der Konzeption wichtige, bisweilen schwierige Fragen stellt. Der aber ebenso die notwendige Erfahrung und Internet-Expertise mitbringt, um Sie und ihr Unternehmen kompetent zu beraten und ihre Anforderungen wirklich versteht.


Als Online-Marketing-Spezialisten haben wir große Erfahrung in der Konzeption und Beratung mittelständischer Betriebe in Sachen CMS-Prüfung und -auswahl. Gerne unterstützen wir Sie bei ihren Digitalprojekten.