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Wie Stock Images sich auf ihr Unternehmen auswirken

von Edgar Peternell | 19. Mai 2020 | Online Marketing



Ein Unternehmen benötigt regelmäßig Bilder für Marketingmaterialien wie Website, Broschüren oder Social Media Kampagnen. Diese können unkompliziert von Stockfoto-Seiten, wie shutterstock.com organisiert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bilder sind kurzfristig und in mannigfaltiger Ausführung vorhanden, die Kosten sind überschaubar oder im besten Fall gar nicht vorhanden.


Wir schauen uns aber heute an, wo Risiken beim Einsatz von Stockfotografie liegen und worüber Marketingverantwortliche vor der Verwendung nachdenken sollten. Es sei angemerkt, dass es sich hier um eine persönliche Meinung auf Basis zahlreicher erfolgreicher Web-Projekte und langer Erfahrung mit Web-Kommunikation handelt.


Bilder aus dem Lagerhaus


Stock Images – wörtlich übersetzt „Lager- bzw. Bestandsbilder“ – sind auf Plattformen, wie z.B. Adobe Stock (ehemals Fotolia) oder Shutterstock erhältlich. Das Bildmaterial wird in der Regel projektunabhängig in großen Mengen zu allen möglichen Themen produziert. Es lebt nicht von der Qualität eines Bildes, welches für einen definierten Einsatzzweck erstellt wurde. Ziel eines zur Verfügung gestellten Stock Images ist eine hohe Anzahl an Verkäufen und Downloads. Bei Adobe Stock umfasst diese Bibliothek derzeit weit über 200 Millionen Bilder. Die Preise – somit die Nutzungslizenz – fangen ab 74 Cent pro Bild an (Quelle: stock.adobe.com).


Der Widerspruch liegt im Anspruch


Als Unternehmen muss man den Anspruch haben, seine Produkte oder Dienstleistung im bestem Licht erscheinen zu lassen. Hierbei wird in der Regel in tolle und hochwertige Produkt-Shootings oder 3D-Renderings investiert. Zurecht, das Produkt ist das, was der Kunde kauft und womit am Ende des Tages der Umsatz generiert wird.


Wieso wird in der Darstellung des Unternehmens gerne der bequeme Weg eingeschlagen? Ich rede im Folgenden nicht explizit von großen Firmen mit Markenbotschaften, die in einem CI/CD Manual definiert sind. Es geht mir darum, das Thema ganzheitlich zu betrachten. Ich möchte einen Trigger setzen, warum „echte Menschen“ mehr darstellen als Models aus einer Datenbank. 


Was kann ein Bild bewirken


Vorab sollten wir bei der Diskussion über die Wirkung von Stock Images vs. beauftragten Bildern klar unterscheiden: Bilder, die manipuliert und bearbeitet als farblich ausgesoftete Hintergrundgrafik dienen, dürfen meiner Meinung nach jederzeit aus einem Archiv geladen werden. Bei der Diskussion um Stock Images geht es mir ausschließlich um Bilder und Videos von Menschen und Gegenständen in einer Umgebung, welche ggf. nicht zum Betreiber einer Website oder einer Werbekampagne passen.


Bilder und Texte sollen eine persönliche, intime Botschaft vermitteln. Das gesamte Bild eines Menschen wird nicht ausschließlich durch Augen und Gesicht geprägt, sondern durch die gesamte Körpersprache. Diese Persönlichkeit repräsentiert neben der eigenen Einstellung eines beliebigen Menschen, auch die anderer Angestellten oder der Geschäftsführung. Personen und Mitarbeiter werden mit der Präsenz im Unternehmen, mit der persönlichen Attitude, stellvertretend für die eigene Firma abgebildet.


Unglaubhaft wirken Stockimages auf Websites für mich dann, wenn mich dauerhaft Menschen einer Modelagentur anlächeln. Ausser dieser Modelagentur wird es kein Unternehmen geben, in dem perfekt gestylte und dauerlächelnde Menschen zusammen im Meeting sitzen. Jeder kennt die lächelnde Dame mit Headset vom Empfang, oder den Bauleiter mit sauberen Lederschuhen inmitten einer Baustelle. Wir alle haben diese Leute auf einem Plakat oder einer Website gesehen.



Ein gutes Bild übermittelt Leidenschaft für das Produkt. Ein gutes Bild erzählt eine Geschichte, in der Verbundenheit und Stolz zur Marke sichtbar werden. Ein gutes Bild vermittelt die Botschaft: „Ich bin real, ich bin echt, Du kannst mir vertrauen“. Auf diesem Weg kann eine Story, getragen von den eigenen Mitarbeitern, glaubhaft transportiert werden


Bilder sind ein SEO-Rankingfaktor


Google erkennt bei der Analyse einer Website, was auf einem Bild abgebildet ist. Abgesehen von ggf. fehlenden Alternativtexten findet die sogenannte „Reverse Image Search" gleiche Bilder und Bildausschnitte. So arbeiten manche Damen im telefonischen Kundensupport weltweit in mehreren Firmen. Das wirkt sich in Summe auf die wichtige Qualität des Contents aus, die für das Ranking bei den Suchmaschinen wichtig ist. Ich frage mich: „Kann ein Unternehmen von sich behaupten es sei das Beste wenn es an dieser Stelle den einfachen Weg geht?“


Fazit


Organisierte Shootings sind natürlich ein wesentlich höherer Faktor in der Kostenliste als die schmalen Lizenzgebühren eines Stock Images. Für mich sind Stock Images für die Weiterverarbeitung in Bildkompositionen absolut legitim, da diese hier als Schmuckbild dienen.


Geht es aber darum Menschen und deren Emotionen, die Philosophie und Werte eines (Familien-)Unternehmens zu präsentieren, sollte die perfekte Modelwelt vermieden werden. Charakter und Körpersprache von echten Menschen stehen im Vordergrund. Ein guter Fotograf wird es bei jedem Motiv schaffen, diesen authentischen Eindruck in Szene zu setzen. Einer Marke oder einem Produkt kann so ein echtes, lebendiges Gesicht gegeben werden. Der Interessent, Kunde oder der potentiell neue Mitarbeiter erfährt, wer ist hier der Designer, Techniker oder Chef. Er spürt, ob die Bildwelt authentisch und "aus einem Guss" ist, anstatt aus völlig verschiedenen Stilen zusammengestückelt.


CAP hilft Ihnen bei der Erstellung eines ganzheitlichen Bildkonzeptes auf Basis der Werte und Charakteristika Ihres Unternehmens. Ihre Unternehmenswerte bleiben dann auch beim Einsatz von Stockphotos präsent. Sorgen Sie für ein konsistentes Auftreten ihres Unternehmens auf allen Kanälen.