Microsoft übernimmt LinkedIn

Vorab erst mal eine kurze Beschreibung der beiden Unternehmen.

LinkedIn ist ein soziales Netzwerk. Es unterscheidet sich aber in einigen Punkten von anderen Netzwerken wie beispielsweise Instagram, Twitter und Facebook. Bei LinkedIn geht es weniger um die Vernetzung mit Freunden und das Teilen von Erlebnissen in Form von kurzen Posts, Bildern von der Party am Wochenende oder dem gesunden Frühstück von heute Morgen. LinkedIn fungiert und funktioniert als ein „Professionelles Netzwerk“. Mitglieder, und davon gibt es wie in einem unserer vorherigen Beiträge bereits erwähnt weltweit über 433 Millionen, nutzen die Plattform um sich mit Kollegen, Unternehmen und Arbeitgebern zu vernetzen. Arbeitgeber nutzen die Plattform derweil (mittlerweile) gerne um sich und ihr Unternehmen zu präsentieren und suchen dort auch gezielt nach Arbeitnehmern. (Der Fokus liegt also auf dem beruflichen und nicht beim privaten.)

Microsoft ist ein Technologie Unternehmen, welches im Jahre 1975 von Bill Gates gegründet wurde. Bekannt ist es heutzutage hauptsächlich für seine Office Anwendungen und das Betriebssystem Windows. Auch der Internet Explorer stammt aus dem Hause Microsoft. Microsoft ist übrigens eines der Unternehmen, das noch vor dem Start von Facebook in dieses Unternehmen investiert hat. Seit dem Jahr 2011 gehört übrigens auch der Voice-Over-IP Messenger Skype zu Microsoft.

Letzte Woche, genauer gesagt am 13. Juni 2016, wurde unter anderem via Microsofts Blog verkündet, dass der Technologie Riese Microsoft die Plattform LinkedIn für insgesamt 26,2 Milliarden US Dollar übernimmt. Der bisherige CEO von LinkedIn Jeff Weiner bleibt dabei in seiner Position. Laut Aussagen von Weiner und Satya Nadella, seinerseits CEO von Microsoft, soll LinkedIn innerhalb des Unternehmens als eigene Entität bestehen bleiben.

We are joining forces with Microsoft to realize a common mission to empower people and organizations. LinkedIn’s vision – to create economic opportunity for every member of the global workforce – is not changing and our members still come first.  Jeff Weiner – CEO of LinkedIn

Verändern wird sich trotzdem einiges, Weiner jedenfalls untersteht nach vollendeter Übernahme dann Nadella direkt. Gründe für die Übernahme gibt es sicherlich viele. Dass die Ziele der beiden Unternehmen gut zusammenpassen macht Reid Hoffman, seines Zeichens ebenfalls Mitgründer von LinkedIn, in einem Beitrag zum Thema auf LinkedIn Pulse noch einmal deutlich. Auch die beiden CEOs weisen in ihrer Präsentation zur Übernahme auf einer Folie daraufhin:

Bildquelle: https://ncmedia.azureedge.net/ncmedia/2016/06/msft_announce_160613.pdf

Bildquelle: https://ncmedia.azureedge.net/ncmedia/2016/06/msft_announce_160613.pdf

Hier die ungefähre deutsche Übersetzung:

Microsoft: Ermögliche jeder Person und jeder Organisation auf der Welt mehr zu erreichen.

LinkedIn: Verbinde die Berufstätigen dieser Welt um sie produktiver und erfolgreicher zu machen.

Gemeinsam: Befähige bzw. stärke Menschen und Organisationen.

 

Manch einer fragt sich vielleicht, was genau sich Microsoft von der Übernahme erhofft. Microsofts CEO Satya Nadella und LinkedIns CEO Jeff Weiner sprechen über die Beweggründe hier im Video:

 

 

Eine besonders große Rolle dürften auch die Nutzerdaten spielen, über die LinkedIn in großem Maße verfügt. Microsoft selbst verfügt bis jetzt nicht annähernd über eine solche Menge an Daten, aber durch die Übernahme wird sich das ändern. Der Nutzen für Microsoft ist klar und deutlich. Durch die Zusammenführung beider Unternehmen kann Microsoft die gekauften Daten für seine Zwecke verwenden.

 

Bildquelle: https://ncmedia.azureedge.net/ncmedia/2016/06/msft_announce_160613.pdf

Bildquelle: https://ncmedia.azureedge.net/ncmedia/2016/06/msft_announce_160613.pdf

 

Die Daten können dabei vielseitig genutzt und eingesetzt werden. Konstantin Guericke, ein weiterer Mitgründer von LinkedIn, der das Unternehmen aber bereits vor einigen Jahren verlassen hat, spricht im Interview mit Wired.de davon, dass man mithilfe von LinkedIn Microsofts bereits bestehende Produkte um einiges intelligenter machen kann. Eine Verbindung von Skype und LinkedIn zum Beispiel könnte laut Spekulationen von Guericke eine Möglichkeit sein, wie eine Verbindung beider Unternehmen aussehen könnte. Er beschreibt ein mögliches Szenario folgendermaßen: „Menschen, die via Skype miteinander telefonieren, könnten im Skype Fenster während des Telefonats die LinkedIn Nutzerdaten ihres Gesprächspartners ansehen. So wüssten die Gesprächspartner gleich mit wem sie es zu tun haben.

 

Was am Ende daraus wird, wird sich zeigen. Laut eigener Aussage rechnen die Unternehmen mit einer erfolgreich durchgeführten Übernahme am Ende des Jahres 2016. Wir sind gespannt!

 

Quellen: Business Dictionary, LinkedIn Blog, Wired, LinkedIn Pulse, Microsoft Blog, Techcrunch, Wirtschaftswoche, LinkedIn Press, Announcement Presentation